Datenleck bei Merkur Online-Casinos: Spieler können mehr als nur viel Geld verlieren
Bei mehreren Online-Casinos der Merkur.com AG wurde vor kurzer Zeit eine erhebliche Sicherheitslücke entdeckt, was auch vom WDR erwähnt wurde. Diese Lücke betraf die sensiblen Daten von mehr als 800.000 Spielern. Es waren nicht nur Namen und Adressen, sondern auch Bankdaten, Spielhistorien und teilweise sogar Ausweiskopien ohne Schutz einsehbar.
Massive Sicherheitslücke bei Merkur Online Casinos entdeckt
Wir haben uns die massive Sicherheitslücke bei Merkur Online Casinos genauer angesehen. Problematisch hierbei war, dass die Lücke über eine unsichere GraphQL-Schnittstelle entstand, die nicht genügend abgesichert war. Unautorisierte Personen konnten somit gezielt Abfragen stellen und umfassende Datensätze abrufen. Solche Schnittstellen sind in modernen Webanwendungen verbreitet, allerdings meistens mit strengen Zugriffsbeschränkungen, sodass niemand Unberechtigtes Einsicht erlangt.
Ohne strenge Zugriffseinschränkungen stellen sie nämlich eine erhebliche Gefahr dar. Im aktuellen Fall war es scheinbar möglich, mit einfachen Mitteln auf Informationen zuzugreifen, die der Öffentlichkeit nicht zugänglich sein sollten.
Risiken für Spieler: Gefahr von Identitätsdiebstahl und Betrug
Das Datenleck bringt erhebliche Risiken für die betroffenen Spieler mit sich. Mit den offengelegten Informationen können unter Umständen Kriminelle Identitätsdiebstahl begehen, indem sie im Namen der Opfer Konten bei Banken eröffnen oder finanzielle Transaktionen durchführen. Sehr heikel und kritisch ist die Tatsache, dass sogar auch Ausweisdokumente zum Teil betroffen sind. Dadurch wird es Betrügern noch einfacher gemacht, gefälschte Identitäten zu erstellen.
Gezielte Phishing-Angriffe sind nun möglich. Mit den erbeuteten E-Mail-Adressen könnten Kriminelle beispielsweise glaubwürdige Nachrichten versenden, die den Anschein haben, von Merkur oder anderen offiziellen Stellen zu stammen. Darin könnten Gauner Spieler auffordern, Zugangsdaten oder Zahlungsinformationen anzugeben. Leute, die auf solche Betrugsversuche hereinfallen, könnten finanzielle Verluste erleiden.
Es besteht auch die Gefahr, dass hochsensible Daten auf Darknet-Marktplätzen verkauft werden. Danach könnten die Daten für weitere Betrugsversuche genutzt oder an andere kriminelle Netzwerke weitergegeben werden. Experten raten allen betroffenen Nutzern, zukünftig sehr wachsam zu sein.
Wie können Spieler sich jetzt schützen?
Um sich vor den möglichen Folgen, die das Datenleck mit sich bringt, zu schützen, sollten Spieler am besten folgende Maßnahmen ergreifen:
Regelmäßig Bank- und Kreditkartenabrechnungen prüfen: bei ungewöhnlichen Abbuchungen sofort die Bank informieren
Passwörter ändern: Passwort ändern, das bei der betroffenen Casino-Plattform sowie bei anderen Diensten genutzt wurde
Bei E-Mails und Anrufen misstrauisch sein: keine persönlichen Daten oder Zugangsdaten weitergeben, insbesondere nicht auf unerwartete E-Mails reagieren
Schufa-Selbstauskunft anfordern: um zu schauen, ob neue Kredite oder Verträge im eigenen Namen abgeschlossen wurden
Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) aktivieren: falls das Casino oder andere genutzte Dienste diese Option anbieten, unbedingt nutzen
Auch die Verbraucherzentrale hat bereits einen Artikel dazu geschrieben, wie sich Leute, deren Daten geklaut wurden, verhalten können.
Reaktion von Merkur Online Casinos und den Behörden
Die Merkur.com AG hat nach Bekanntwerden der gravierenden Sicherheitslücke eine Untersuchung eingeleitet und die Kunden informiert. Laut Angaben von WDR sind die Schwachstellen mittlerweile behoben. Es gäbe derzeit auch keine Hinweise auf einen missbräuchlichen Gebrauch der Daten.
Allerdings ist nicht ganz klar, ob wirklich alle betroffenen Nutzer umfassend informiert wurden. Ebenfalls ist unklar, welche Konsequenzen der Vorfall für das Unternehmen hat. Datenschutzbehörden können Ermittlungen einleiten, da in der EU strenge Datenschutzgesetze gültig sind. Falls sich herausstellt, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprochen haben, sind empfindliche Strafen auf das Unternehmen möglich.
Stellungnahme von Merkur und weiteren Online-Casinos
In einer offiziellen Mitteilung betonte die Merkur.com AG, dass die Sicherheit der Kunden höchste Priorität hat und umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheit ergriffen wurden. Andere Online-Casinos, die möglicherweise von der gleichen Software betroffen sind, haben sich bislang nicht geäußert.
Es bleibt abzuwarten, ob Merkur betroffenen Spielern möglicherweise Entschädigungen anbietet oder ob sich Kunden mit Sammelklagen gegen das Unternehmen wehren. In der Vergangenheit gab es auch schon solche Fälle, die dazu geführt haben, dass Glücksspielanbieter Millionenstrafen zahlen mussten.
Auswirkungen auf die Online-Glücksspiel-Branche
Das Datenleck könnte weitreichende Folgen für die gesamte Online-Glücksspiel-Branche haben. Solche Vorfälle beeinträchtigen natürlich das Vertrauen der Spieler in die Sicherheit von Casino-Plattformen nachhaltig, was langfristig zu einem Rückgang der Nutzerzahlen führen könnte.
Vergleichbare Fälle in der Vergangenheit haben dazu geführt, dass Regulierungsbehörden auf strengere Sicherheitsanforderungen plädiert haben. Jetzt ist es auch möglich, dass die Vorschriften für Online-Casinos verschärft werden – etwa durch verpflichtende regelmäßige Sicherheitsprüfungen oder höhere Strafen für Verstöße gegen Datenschutzvorgaben.
Fazit: Was lernen wir aus dem Datenleck?
Hieran sieht man wieder, dass auch große Online-Casinos vor gravierenden Sicherheitslücken nicht komplett geschützt sind. Betreiber müssen am besten immer sicherstellen, dass ihre Plattformen strenge Sicherheitsmaßnahmen implementieren und diese auch regelmäßig auf Schwachstellen überprüft werden.
Für Spieler bedeutet es zukünftig, noch sensibler mit den eigenen Daten umzugehen. Wichtig sind die Nutzung sicherer Passwörter, die Aktivierung zusätzlicher Sicherheitsmechanismen und Misstrauen gegenüber verdächtigen Nachrichten. Das kann dabei helfen, sich vor Betrug zu schützen.
Ob und welche Konsequenzen Merkur ziehen wird, werden wir sehen. Klar ist jedoch, dass die Online-Glücksspielbranche sich verstärkt um Datenschutz und IT-Sicherheit kümmern muss, um das Vertrauen der Spieler zurückzugewinnen. Wir informieren dich und halten dich auf dem neuesten Stand rund um Neuigkeiten,Crypto Casinos und mehr.
Faktencheck von Thomas Kellner
Casino Experte